DER TRAUM IST VOLLENDET! Nach vielen bürokratischen Hürden und langer Bauzeit kann sich Heinz Wüest nun endlich über sein Werk freuen. Das schöne Gebäude hat nicht nur vier tolle Wohnungen, nein, eine bestens ausgerüstete, helle Garage nennt er nun sein Eigen. Hier kann er sich nun seinen Alfas widmen. Oldtimerfans, die selber an ihren Autos schrauben möchten, aber keinen Platz haben, stellt er seine Garage zur Verfügung. Zwei Lifte, ein amtlich geprüftes Abgasgerät, alles erdenkliche Werkzeug und sogar ein Waschplatz stehen bereit. Wer Interesse hat geht bei Heinz vorbei oder meldet sich telefonisch an.
Alle paar Jahre wird unser Club vom Mille Miglia Fieber gepackt und durchgeschüttelt, so auch dieses Jahr. Ein Bus wird organisiert und dann nichts wie los auf nach Brescia. Am Donnerstag, den 17. Mai 2007 hiess es für die Unentwegten früh aufstehen, denn um 06.30 Uhr machte sich unser Bus auf den Weg Richtung Gotthard. Ueberraschend gut ging es trotz Feiertag (Auffahrt) bis zum Gotthardtunnel und weiter bis zum Zoll in Chiasso. Auch nach dem Zoll gings zügig voran, dann aber vor Mailand kam was kommen musste: der Stau. Trotz Feiertag waren hunderte von Lastwagen unterwegs und blockierten eine Spur auf der Autobahn. Geduld war gefragt aber schliesslich erreichten wir am frühen Nachmittag Brescia.
Wir lotsten den Bus möglichst nahe zur Piazza della Vittoria, wo üblicherweise die Wagenabnahme stattfinden sollte. Aber da waren keine Oldtimer auszumachen, also weiter suchen und oh Wunder auf der Piazza della Loggia wurden wir fündig. Da waren sie, die tollen Oldtimer und warteten in der Schlange geduldig auf die Kontrolle und Abgabe der Startnummern.
Am späteren Nachmittag machte sich der Bus mit uns auf den Weg zu unserem Hotel in Pieve di Cento, unser zuhause für die nächsten drei Nächte.
Am nächsten Tag, dem Freitag, führte uns der Weg nach Ferrara, wo der Neustart der Mille Miglia stattfindet. Da kam wir voll auf unsere Rechnung, denn der Start fand in einem ovalen Stadion mit guter Uebersicht statt. Jeder der teilnehmenden Wagen und seine Insassen wurden vom Platzspeaker einzeln vorgestellt und dann auf den Weg geschickt. Schöner konnte man diese prachtvollen Fahrzeuge kaum präsentiert bekommen, das war wirklich Klasse.
Von Ferrara führte uns unser weg nach Alfonsine, wo wir ein hervorragendes Essen in feudaler Atmosphäre geniessen konnten. Ravenna mit seinen Kunstschätzen (Mosaiken) war der nächste Etappenort, bevor wir wieder unser Hotel aufsuchten.
Ja und dann kam der Samstag, den 19. Mai mit einem vollen Programm. Maranello, die Hochburg der Ferrari war unser erstes Ziel. Schliesslich hatte ja die Karriere von Enzo Ferrari auf Alfa Romeo Boliden begonnen, Grund genug um Maranello einen Besuch abzustatten.
Dabei wurde die Mille Miglia aber nicht vergessen, denn die war ja an diesem Tag unterwegs von Rom zurück nach Brescia und zwar u.a. über die Pässe Futa und Raticosa. In Monghidoro unterhalb des Raticosa Passes passten wir diesem fahrenden Museum wieder ab. Ja und bei der Abfahrt unseres Busses wurden auch wir dort von der Bevölkerung bejubelt, was für ein tolles Gefühl .....
Am Abend konnten wir dann miterleben, wie die Italiener eine Hochzeit feiern. Viel, viel Lärm mit Hurra-Rufen usw., an Schlafen war da nicht zu denken. Aber auch diese Nacht haben wir überstanden und konnten am Sonntag dann die Heimreise antreten.
Es waren vier ganz tolle, erlebnisreiche Tage mit viel Atmosphäre und einmaligen Fahrzeugen, die man sonst kaum je zu Gesicht bekommt. Eben ein Erlebnis, wie sie nur die Mille Miglia bieten kann. Ja und das schönste am ganzen, der Sieger der diesjährigen Mille Miglia ist: ein Alfa Romeo
Bye bye Giulietta Spider, welcome GTV
Ich erzählte einem Clubkollegen, eigentlich mehr zum Spass, dass ich meine Giulietta verkaufen will. Einige Tage später kam ein Anruf. Ob ich meinen Spider verkaufen würde? Es kam mir vor wie ein Traum, aber trotzdem brachte ich ein "ja" über meine Lippen. Noch am gleichen Abend führte ich die Lady dem Interessenten vor und gab ihm meine Preisvorstellung bekannt (natürlich war sie nicht billig, schliesslich sprechen wir hier ja über MEINE Giulietta). Er bedingte sich noch eine Nacht zum überlegen, die gestand ich im natürlich zu. Anderntags, so gegen Abend, kam der Anruf ob ich immer noch verkaufen wolle. Ja, sagte ich, wenn er die „Kohle“ bringe, denn nur Bares ist Wahres! Noch am gleichen Abend kam er vorbei, übergab mir den geforderten Betrag, montierte die Nummer und entschwand aus meinen Augen. Wehmütig habe ich mich später nach dem Verblieb meiner Lady erkundigt und erfahren, dass ihr neues Zuhause das schöne Paris ist.....wenigstens ein angemessener Ort....
Da ich als Präsident des CARC ja nicht gut ohne Oldi sein kann, machte ich mich auf die Suche nach einem Giulietta Sprint, mein ewiger Jugendtraum. Die Suche stellte sich aber als sehr schwierig heraus. Eine Rostlaube sollte mir nicht ins Haus kommen, dazu war ich mit meiner Giulietta eh schon zu verwöhnt, und Horrorpreise wollte ich auch keine bezahlen. Ein Alfafan empfahl mir dann einen GTV, total restauriert zu kaufen. Ich schaute mir das Auto an, machte eine Probefahrt und war sofort begeistert. Nach kurzem verhandeln entschloss ich mich für den Kauf.
So bin ich nun, kaum drei Wochen nach dem Verkauf meiner Giulietta Spider, stolzer Besitzer eines GTV Jahrgang Siebzig.
Kurt Guggisberg, Präsident des Club Alfa Romeo Classico